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Mittwoch, 18. August 2010

Grundsatzfrage

Für Bahnfahrer ist es eine Grundsatzfrage. Offen oder geschlossen. Ich für meinen Teil bevorzuge ja offen. Psychologisch gedeutet hieße das wohl, ich sei ein offener Mensch. Ich halte mich eigentlich nicht für besonders offen. Ist jetzt aber ohnehin egal, weil die Entscheidung konnte ich wieder einmal nicht selbst treffen. Weil offen wieder mal verschlossen - sprich besetzt - und das obwohl ich extra 25 Minuten vor Abfahrt eingestiegen bin - oder reserviert war. Gut, ich kann mich nicht beschweren, schließlich stand im Internet ja: „Starker Reisetag - bitte reservieren.“ Und schließlich habe ich ja noch einen Sitzplatz ergattert. Halt in einem geschlossenen Abteil. Ein geschlossenes Abteil zu betreten ist wie „Tag der offenen Tür in die Intimsphäre“. Wie das Badezimmer einer Vorführwohnung bei Ikea zu betreten. Öffentlich, aber doch irgendwie privat und intim.
Tür auf. Ist da noch frei? Hinsetzen. Still sitzen. Zeitung lesen. Direkte Blickkontakte meiden. Nicht einschlafen, dabei den Mund öffnen und den Kopf auf den Sitznachbarn fallen lassen - von Schnarchen gar nicht zu reden. Die korrekte Verhaltensweise in einem geschlossenen Abteil ist von wesentlich größerer Bedeutung als in einem offenen. Denn der „Schuldige“ ist schnell ausgemacht. Handy läuten, Wurstgeruch, sonstiger Geruch, Beine ausstrecken, Nachbar berühren, Laptop mit Lautsprecher an, Handy fallen lassen, Sonstiges fallen lassen, Schuhe ausziehen, Schluckauf,.... Die Liste der unangebrachten Verhaltensweisen ist unendlich fortsetzbar. Alles richtig machen kaum möglich. Deswegen nächstes Mal noch früher dran sein und hoffentlich wieder offen.

bahnblog

seit knapp einem jahr fahre ich wieder regelmäßig bahn. ich muss gestehen, ich habe mich ins bahnfahren verliebt. von anfang an. keine spur von langeweile. mein notizbüchlein immer dabei, habe ich begonnen, während der bahnfahrt zu schreiben. über das bahnfahren, die sitznachbarn, die aussicht, den zu heißen cappuccino oder die schmutzige toilette. bahnfahren bietet keine großen abenteuer, aber es ist inspirierend. wie gesagt, ich liebe es.
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BirgitRie

ist journalistin, lebt in wien, schreibt über die abenteuer im kopf, die meistens irgendwo in der u-bahn, beim zu fuß gehen oder während einer bahnfahrt entstehen.

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Zuletzt aktualisiert: Di, 12. Apr, 22:43

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